Die Western Banditen von Playmobil scheinen auf dem ersten Blick ganz üble Kerle zu sein. Ob dem aber wirklich so ist? Im Wilden Westen der Spielwelt von Playmobil gibt es schon einige wilde Halunken. Oft sind es jedoch finanzielle Nöte und äußere Umstände, weshalb aus arbeitslosen Cowboys zu Banditen werden.

Playmobil Western Banditen aus Set 3748

Playmobil Western Banditen aus Set 3748

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in den Jahren 1861 bis 1865 stehen einige Staaten im Süden durch hohe Kriegsschulden vor dem Bankrott. Die aus der Gefangenschaft heimgekehrten Rancher müssen damit rechnen, dass ihre Herden und ihr Hof von den Steuereintreibern des Nordens gepfändet werden.

Playmobil Western Banditen 3748 flüchten vor dem Sheriff. Links fressen Gaier ein Rinderkadaver

Western Banditen flüchten vor dem Sheriff

Playmobil Western-Banditen 4748 reiten durch die Wüste

Western-Banditen 4748 reiten durch die Wüste

Räuber aus der Not heraus

Die Cowboys erhalten oftmals nur eine saisonale Anstellung, wie etwa auf der Playmobil Silver Ranch oder auf der Snake River Ranch. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage ihrer Arbeitgeber oder aufgrund einer saisonalen Anstellung sind sie oftmals gezwungen, auf andere Art und Weise Geld zu verdienen.

Cowboy aus Texas tragen Teile ihre alten Militäruniform, als sie noch Soldaten der Konföderierten waren

Cowboy aus Texas tragen Teile ihre alten Militäruniform, als sie noch Soldaten der Konföderierten waren

Playmobil Westernbanditen

Für viele Cowboys ist es schwer sich genügend Geld für die arbeitslosen Wintermonate auf die Seite zu legen. Einige von Ihnen haben auch eine Familie zu versorgen. Daher sehen die Playmobil Cowboys in Zeiten ohne Lohn oft keine andere Möglichkeit, als durch Raubüberfälle ihren Lebensunterhalt zu „verdienen“ und sich einer Bande anzuschließen.

Bei anderen Cowboys ohne eigene Ranch ist die Lage weitaus schlechter. Die finanziellen Mittel, die zur Anschaffung der Ausrüstung benötigen, reichten oft nicht aus. Daher tragen auch viele Cowboys aus den Südstaaten Teile Ihrer alten Uniformen als Arbeitskleidung weiter. Die Armeestiefel und die Hosen der Uniformen sind im Vergleich zu anderen Hosen sehr robust.

Unter den Playmobil Banditen sind selten Feiglinge, denn Raubüberfälle auf Privatleute gibt es kaum. Nicht zuletzt deshalb bewundert auch manchmal Teile der Klicky-Bevölkerung die Western Banditen. Einige dieser Gesetzesbrecher vermeiden es stets, bei ihren Überfällen andere unschuldige Figuren zu töten.

Überfall mit Risiko

Die Ziele der Playmobil Western Banditen waren meist Überfälle auf Postkutschen, Banken und Eisenbahnen. Es bestand also immer ein gewisses Risiko für Leib und Leben. Denn auch die Männer auf der Postkutsche waren bis an die Zähne bewaffnet. Bei Überfällen auf Banken und auf die Western Eisenbahn war ebenfalls mit bewaffneter Gegenwehr zu rechen.

Postkutschen Überfall

Ein beliebtes Ziel der Western Banditen waren die Postkutschen. Mit ihren schnellen Pferden haben die Western Banditen die Kutsche ruck zuck eingeholt. Mit Revolver und Gewehren halten sie den Kutscher in Schacht, während die Fahrgäste ängstlich in der Kutsche sitzen. Die Postkutschen führten im auch oft einen Geldtransport durch, bei dem sowohl Münzgeld als auch Papiergeld transportiert wurde. Papiergeld war zu Zeiten des Wilden Westen als Zahlungsmittel noch sehr selten. In vielen Gegenden war es so unbekannt, dass die Räuber wohl gar nicht erkannten, dass es sich bei den Scheinen um Geld handelte und es liegen ließen. Stattdessen nahmen sie die schweren und weniger wertvollen Münzen mit.

Eisenbahn Überfall

Neben dem Postkutschen Überfall war die Eisenbahn für die meisten Banditen ein beliebtes Ziel. Der Überfall einer Eisenbahn war äusserst lukrativ. Sie wurde früher eher von Reichen und Geschäftsleuten als Fortbewegungsmittel genutzt, die Beute war daher meist sehr umfassend.

Das Hinterhalt

Eine Strategie der Playmobil Western-Banditen war das Hinterhalt. Sie legten einen Baumstamm oder schwere Steine auf die Gleise und warteten an einer bestimmten Stelle auf die Eisenbahn. Um nicht zu entgleisen, musste der Zug anhalten. Im Western Begleitwagen, der Ranger Caboose, fuhr deshalb auch Wachpersonal mit. Gegen eine Übermacht an Banditen konnten die Ranger jedoch auch nicht bestehen und mussten sich daher ergeben.

Überfall mit Pferden

Eine andere Strategie der Playmobil Banditen war es, an passenden Stellen auf der Strecke den fahrenden Zug zu überfallen. Die Geschwindigkeit betrug bei einem Westernzug damals im Wilden Westen kaum mehr als 30 Meilen pro Stunde. Die Züge waren mit Pferden leicht einzuholen und somit eine relativ leichte Beute, besonders an Schluchten oder Steigungen.

Bandit  Joe „Bonercash“ Stone

Auf der Fahrt in Richtung Westen muss der Playmobil Westernzug ebenfalls eine lange Steigung hinauffahren und ist dort eine leichte Beute für Ganoven. Das wissen auch die Banditen um Anführer Joe „Bonecrash“ Stone, als sie ’87 versuchen, den Zug aus Colorado Springs zu überfallen.

Der Playmobil Western Bandit Joe "Bonecrash" Stone - Custom Remake Playmobil Bandit 3383 von 1986

Custom Remake Playmobil Bandit 3383 von 1986

In diesem Zug ist Joes Bruder William Stone als Gefangener mit an Bord. Er soll in die Bezirkshauptstadt gebracht werden. Zudem wird der Zug auch noch für einen Geldtransport eingesetzt.  Unter den Einwohnern von Colorado Springs glaubt aber niemand wirklich daran, dass die Soldaten den Zug absichern können. Allzu gefährlich ist Joe „Bonecrash“ mit seinen Banditen und allzu langsam fährt der Zug gerade dort, wo er am schwersten zu verteidigen war.

Der Bandtenschreck

Professor Mobilux und Patrick F. Patrick waren hautnah dabei und erzählen darüber in Ihrer Playmobil Hörspiel-Geschichte „der Wilde Westen“. Als der Playmobil Zug, gezogen von der legendären Westernlok „Steaming Mary“, die lange Steigung hinauf fuhr, holten die Playmobil Banditen mit ihren Pferden rasch auf. Es waren ein paar Soldaten im Zug, um den Geldtransport und den gefangenen Banditen zu sichern.

Professor Mobilux und Patrick F. Patrick mit neuen Hosen und Schuhen

Prof. Mobilux und Patrick mit schlagen die Western-Banditen erfolgreich in die Flucht

Die Kugeln flogen und schlugen überall in den Waggons ein, während sich der Zug die Steigung hochkämpfte. Es dauert nicht mehr lange, bis die Reiter den Zug einholten und die ersten Banditen auf den fahrenden Zug aufsprangen. Auch Patrick wehrte mit seinen Fäusten den ein oder anderen Gangster ab.

Der ausgefuchste Mobilux hatte sich bereits in der Nacht zuvor Gedanken darüber gemacht, wie man den Zug vor einen Überfall beschützen kann. Sein Plan ging tatsächlich auf und er konnte die Banditen sprichwörtlich in letzter Sekunde noch abwehren. Als der Zug die Steigung überwunden hatte, nahm er wieder an Fahrt auf und ließ die Banditen hinter sich. Manch andere Westernbahn hatte nicht so viel Glück und keinen Professor Mobilux an Bord und wurden ausgeraubt. Diese Folge war übrigens auch eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Mobilux Reihe.

Banditen & Kopfgeldjäger

Die Gangster-Karriere der Western-Banditen war oftmals kurz. Viele wurden auf ihren Beutezügen erschossen. Wurden die Banditen durch den Sheriff oder einem Kopfgeldjäger erwischt, gab es oft einen kurzen Prozess. Ein Todesurteil oder eine harte und lange Gefängnisstrafe war die Folge.

Der Sheriff mit Steckbrief

Der Sheriff mit Steckbrief

Playmobil Kopfgeldjäger übergibt Bandit an Sheriff. Der Sheriff freut sich über einen neuen Übernachtungsgast

Kopfgeldjäger übergibt Bandit an Sheriff

Playmobil Kopfgeldjäger

Als das Banditentum ausuferte und zu einer Last, gar zu einer Bedrohung für die Playmobil-Bevölkerung wurde, entwickelte sich ein neuer Berufsstand – der Beruf des Kopfgeldjägers war geboren.

playmobil Kopfgeldjäger 3798 mit Steckbrief und Winchseter

Kopfgeldjäger mit Steckbrief und Winchseter

Die Playmobil Kopfgeldjäger spüren die aufgrund einer Straftat gesuchten Personen auf und übergeben diese an einen Gesetzeshüter. Dafür bekommen sie eine Prämie. Kopfgeldjäger wurden im Wilden Westen auch Vigilanten genannt und waren selbst ehemalige Banditen oder Cowboys.

Kopfgeldjäger aus dem Playmobil Set 5608 übt Selbstjustiz an einem Banditen

Kopfgeldjäger übt Selbstjustiz an einem Banditen

Sie übten meist Selbstjustiz und erhängten oder erschossen die Banditen oft an Ort und Stelle, da die Prämie für gefasste Ganoven gezahlt wurde, egal ob diese „tot oder lebendig“ übergeben wurden. Wurde die gesuchte Person lebendig übergeben, gab es zusätlich zum Kopfgeld oft einen zusätzlichen Bonus.

Das Kopfgeld

Auf viele Banditen wurde ein Kopfgeld ausgeschrieben. Das Kopfgeld ist eine Prämie die auf eine gesuchte Person ausgelobt ist, meist im Zusammenhang mit Verbrechen oder vermissten Personen. Es ist also eine Belohnung für den Überbringer, wenn er die gesuchte Person tötet, lebend an einen Sherif übergibt oder sachdienliche Hinweise zur Ergreifung gibt.
Im Wilden Westen wurden Kopfgelder durch öffentliche Aushänge, sogenannte Steckbriefe, unter dem Schlagwort Wanted (Dead Or Alive) ausgeschrieben.

Western Bandit - Mexikaner mit Halstuch undGeldtasche

Mexikanischer Western-Bandit mit Halstuch und Geldtasche

Neuer Tag, neues Abenteuer

Einige Playmobil Banditen machten sich einen Namen als Revolverheld, andere wiederum wechselten später auch die Seiten um Ihre ehemaligen Banditen Kollegen als Kopfgeldjäger zur Stecke zu bringen. Ganz dem kreativen Grundgedanken von Playmobil entsprechend hängt es ganz von den Ideen der kleinen Spieler ab, ob die Western Banditen dingfest gemacht werden, oder die Sheriffs und Kopfgeldjäger weiter an der Nase herumgeführt und auf die falsche Spur gelenkt werden.

Playmobil Western-Sheriff mit Schrotflinte 6277

Playmobil Western-Sheriff mit Schrotflinte

In der Geschichte kommt es immer so, wie man es gerade spielen will. Wenn die gefährlichen Playmobil Banditen am Abend dennoch auf freiem Fuß sind, besteht noch kein großer Grund zur Sorge, denn schließlich ist morgen auch noch ein Tag. Ein richtiger Kopfgeldjäger lässt sich so schnell nicht unterkriegen!