Western Caboose Begleitwagen 4123

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Swe Western Begleitwagen 4123 am Ende eines Western Güterzuges. Der Zug mit einem Geldtransport wird von Soldaten bewacht.

Western Caboose Begleitwagen 4123

Playmobil 4123 Begleitwagen Verpackung OVP
Playmobil 4123 Begleitwagen Verpackung OVP

Der Playmobil Western-Begleitwagen, oder zu Englisch Ranger Caboose, wird einem Güterzug angehängt. Die Western-Caboose von der Playmobil Eisenbahn wurde einzeln als Artikel „Playmobil 4123 – Ranger Caboose“ von August 1988 bis 1991 verkauft. Das Einzelset enthält 26 Teile, unter anderem zwei Figuren.

Zudem war der Waggon in den Sets „Großer Westernzug 4034“ mit der Westernlok „Steaming Mary“ und dem Western Personenzug 3958 enthalten.

Mit dem Playmobil Weihnachtsexpress gab es zudem eine leicht abgewandelte Version. Der Begleitwagen aus dem Set Festlicher Playmobil Weihnachtszug 4035 ist mit einem Weihnachtsmotiv bedruckt und hat statt einem grauen Dach ein Weißes.

Der Playmobil Begleitwagen ist ein Ranger Waggon der Colorado Railroad Company, was an der Aufschrift auf den Seitenwänden zu erkennen ist. Er hat das gleiche Fahrgestell wie die anderen Waggons von Playmobil, jedoch ist der Aufbau ein anderer. Die Wände sind geriffelt und der Waggon hat eine Dachkanzel. Die Endbühnen sind beidseitig mit Handbremsen ausgestattet. Zudem hat der Waggon Dachlaufstege und Aufstiegsleitern, wie es bei den Western-Waggons üblich war.

Inneneinrichtung der Western Caboose

Der Western-Begleitwagen diente auch als Aufenthaltsraum für das Zugpersonal
Aufenthaltsraum für das Zugpersonal

Der Aufenthalt in den zweiachsigen Begleitwagen ist nicht ungefährlich. Insbesondere bei Bremsmanövern und auf unebenen Gleisen kommt es immer wieder zu Unfällen. Der Kohleofen ist auf dem Boden festgeschraubt, die Heizplatte hat Ränder um Pfannen und Töpfe auf dem Ofen zu halten. Es gibt einfache Sitzund Liegemöglichkeiten, ebenso Schreibtisch und Kochmöglichkeit sowie Heizung und Abtritt. Zur Inneneinrichtung des Waggons gehört ein Samowar bzw. ein Wasserkocher und zwei Laternen.

Ebenso ist ein Gewehrständer Teil der Innenausstattung. Ob dieser früher zur Standard-Inneneinrichtung gehörte, bezweifle ich. Da der Waggon auch zur Bewachung des Zuges gegen Western Banditen eingesetzt wird, kann es aber möglich sein. Eine elektrische Beleuchtung gibt es in einem Westernzug nicht und auch Heizung, pneumatische Zugbremsen, einen Kühlschrank und Telefon werden erst viel später in den 1950er Jahren nachgerüstet.

Wie die Playmobil Caboose waren einst die Western-Begleitwagen meist in auffälligen Farben oder in den Farben der Eisenbahngesellschaft lackiert.

Western Begleitwagen im Einsatz

Western-Begleitwagen mit Colorado Ranger und einem Landstreicher
Western-Begleitwagen mit Colorado Ranger und einem Landstreicher

Dienstwagen und Werkstatt

Der Begleitwagen wird auch als Bremserwagen bezeichnet. Er dient dem Zugbegleitpersonal vor allem auf langen Strecken auch als Aufenthaltsort, Dienstwagen und Schlafwagen. Das Personal in einem Westernzug besteht in der Regel aus Schaffner, Signalmann, Bremser, Lokführer und Heizer. Während der Fahrt kann das Personal von der Western Caboose aus den Lauf des Zuges überwachen.

Zudem werden Werkzeuge und Ersatzteile darin gelagert oder transportiert. Die Western-Güterzüge müssen in Amerika aufgrund des Gewichts und der nicht vorhandenen pneumatischen Bremsen bei Bedarf Wagen für Wagen abgebremst werden. Zugleich besteht sowohl bei Güter- sowie auch bei Personenzügen die Gefahr heißlaufender Radlager, die hin und wieder während der Fahrt ausgewechselt oder repariert werden müssen.

Ranger an der Bremskurbel der Caboose
Ranger an der Bremskurbel der Caboose

Des Weiteren muss das Zugpersonal die Weichen manuell umstellen, für die Beleuchtung sorgen sowie Passagiere und Fracht abfertigen. Die meist sehr langen Eisenbahnstrecken und unbewohnte Gegenden in Amerika sind oft einspurig. In bestimmten Abständen gibt es Ausweichgleise, damit entgegenkommende Züge aneinander vorbeifahren können. Um die Weiche nach dem passieren der Weiche wieder umzustellen, müsste der Lokführer den ganzen Zug entlanglaufen. Durch den angehängten Western-Begleitwagen am Ende des Zuges kann das mitfahrende Personal die Weiche direkt nach dem passieren wieder umstellen.

Zum Schutz des Güterzugs

Es kann auch passieren, dass der Playmobil Westernzug von Banditen oder Indianern angegriffen wird, wie es auch Professor Mobilux und sein Assistent Patrick F. Patrick auf Ihrer Reise durch den Wilden Western miterleben mussten. Oftmals fahren nur ein paar Ranger oder Soldaten in der Caboose mit.

Playmobil Caboose 4123 Begleitwagen am Ende eines Güterzuges. Zum Schutz des Westernzuges fahren Soldaten der amerikanischen Armee mit
Soldaten bewachen den Westernzug.

Gegen eine Übermacht von Banditen, wie bei dem Überfall von Joe Bonecrash und seinen Banditen auf der Fahrt nach Colorado Springs, können weniger Ranger auch nicht viel ausrichten. Die Banditen wollten damals das magische Indianerholz erbeuten, welches sie im Zug vermuteten. Dann ist es oftmals besser, sich frühzeitig zu ergeben und einer wildern Schießerei aus dem Weg zu gehen. Bei Güterzügen mit wichtigen und wertvollen Gütern fahren auch Soldaten der Kavallerie mit. Einige davon sind die Colorado Spring im Fort Bravo stationiert. Dann wird zusätzlich zum Western-Begleitwagen noch ein weitere Personenwagen an den Zug angehängt.

 

Geschichte der Western Caboose

Western Caboose Begleitwagen Rio Grande
Western Caboose Begleitwagen Rio Grande | Bildquelle: Ridgeway RR Museum Jim Strain (flickr)

Um 1863 nutzte der Schaffner mit dem Namen T. B. Watson der Chicago and North Western Railway berichtet einen defekten Güterwagen mit kaputten Dach am Ende des Zuges, um auf einem Frachtstapel stehend oder sitzend und durch ein Loch im Dach schauend den Zug zu kontrollieren.

Vor Erfindung der pneumatischen Bremse musste zudem ein entsprechend schwerer Wagen am Ende des Westernzugs das Bremsen mit übernehmen. Alternativ wurde jeder Western-Waggon vom durchlaufenden Bremser oder mehreren Bremsern einzeln abgebremst. Bald darauf entstanden die ersten Begleitwagen mit Aufbau auf entsprechend spezialisiert als Bremserwagen eingesetzte hölzerne Frachtwagen. Die Zugabschlussleuchten wurden ebenfalls an diesem Waggon angebracht, wodurch die Caboose förmlich das Zugende bildete. Der englische Ausdruck Caboose ist vermutlich eine Abwandlung von dem niederländisch-skandinavischem Wort für Kombüse „kabhuis“.

In den USA waren Begleitwagen aus den Zeiten des Wilden Westen bis zum Ende der 1980er Jahre am Schluss jedes Güterzuges zu finden.

Playmobil Western Begleitwagen aus dem Westernzug Set 3958
Western Begleitwagen aus dem Set 3958

Die Western Caboose wurde inzwischen bei vielen Zügen durch ein elektronisches Kontrollgerät ersetzt, dem End-Of-Train-Device. Waren um 1925 in den USA noch rund 34.000 Begleitwagen unterwegs, sind sie heute selten geworden. Heute sind Bremserwagen meist nur noch Begleitwagen für spezielle Züge, Nebenstrecken mit vielen Weichen oder im Bahnhofsund Baustellenbetrieb unterwegs. Bei kleinen Gesellschaften, wie der Pacific Railroad von Playmobil, sind sie weiterhin im regulären Einsatz.

Unterschiedliche Lackierung

Ich hatte mittlerweile ein paar dieser Western Begleitwagen in den Händen. Dabei ist mir aufgefallen, dass einige Modelle lackiert und andere beklebt sind. Dazu konnte ich bisher keine richtigen Informationen finden. Mir persönlich gefallen die lackierten Western-Begleitwagen besser, weshalb ich die Waggons mit Aufkleber weiterverkauft habe. Über genauere Infos dazu würde ich mich freuen.

Unterschiedliche Versionen des Playmobil Begleitwagen - Es gibt eine Version mit Lackierung und eine Version mit Aufkleber
Begleitwagen: links beklebt, rechts lackiert


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