Die Geschichte der Playmobil-Figuren – eine Erfolgsstory

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Die Geschichte der Playmobil Figuren

Die Geschichte der Playmobil Figuren begann vor fast einem halben Jahrhundert. Seit nunmehr 44 Jahren begeistern 7,5 cm kleine Playmobil Figuren aus dem mittelfränkischen Zirndorf Kinder auf der ganzen Welt.

Viele Abenteuer wurden bereits mit den bunten Figuren erlebt und viele Geschichten erzählt. Auch viele Erwachsene erinnern sich gerne an die erste Playmobil-Figur zurück oder sind nach wie vor begeisterte Playmobil-Fans.

Zu Zeiten der Ölkrise in den 70er Jahren erblickten die kleinen Plastikfiguren das Licht der Welt. Die Ölpreise stiegen auf das zehnfache an und dadurch auch die Herstellungskosten für große Kunststoffteile wie Deckenverkleidungen und Kindermöbel.

Die Spielzeugfirma geobra Brandstätter geriet in finanzielle Schwierigkeiten und musste sich mit einer neuen, materialsparenden Lösung aus der Krise retten.

Der damalige Firmenchef Horst Brandstätter griff auf eine alte Idee zurück, an die der Leiter der Entwicklung Hans Beck schon vor der Krise gearbeitet hat: kleine Spielfiguren, für die wesentlich weniger des teuren Rohstoffs gebraucht wird.

Erfolgsstory der Playmobil-Figuren

1971 meldete geobra das Patent für die Spielzeugfigur an und die Erfolgsstory begann. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1974 stellte die Firma geobra Brandstätter stellte das neu entwickelte Playmobil-Spielzeug erstmals vor.

Damals gab es die Playmobil Figuren nur in grün, blau, rot oder gelb und das Zubehör war begrenzt. Es fing mit einer Gruppe Bauarbeiter, Indianern und Rittern an, es folgten Cowboys aus dem Wilden Westen und über 20 weitere verschiedene Themenwelten mit umfangreichem Zubehör.

Playmobil startete den Siegeszug in die Kinderzimmer und auch mein Kinderzimmer wurde mal zum Western Zimmer, mal zur Baustelle oder zum Bauernhof.

Die Figuren hatten zunächst einfarbige Körper und unbewegliche Hände. Aus technischen Gründen waren Arm und Greifhand aus einem Guss, die Hände der Figuren aus der ersten Generation waren nicht beweglich. Gesichtsausdruck und Frisuren blieben immer gleich.

Die Evolution der Playmobil Familie

Playmobil Frau und Kinder

Die Kinder wollen mit Playmobil auch den ganz normalen Alltag nachspielen. Zwei Jahre nach den männlichen Figuren kommt im Jahre 1976 auch die erste Playmobil Frau. Diese unterscheidet sich von den männlichen Figuren durch einen geschwungenen Oberkörper. Dieser konnte ein Kleid darstellen. Zudem haben sie eine weibliche Frisur und entsprechendes Zubehör wie Taschen oder Hüte.

Die Western-Lady 3345-A mit Korb und Regenschirm ist eine der ersten weiblichen Playmobil Figuren
Die Western-Lady 3345-A mit Korb und Regenschirm ist eine der ersten weiblichen Playmobil Figuren

Die Playmobil-Familie vergrößerte sich 1981, als Nachwuchs in Form von 5,5 cm große Jungen- und Mädchenfiguren und drei Jahre später auch 3,5 cm kleine Babys das Licht der Welt erblickten.

Die Hände werden beweglich

playmobil kinder

playmobil baby

Das Aussehen der Figuren veränderte sich 1982 bedingt durch die neuen technischen Möglichkeiten. Dank Mehrkomponentenformen waren die Hände nun endlich drehbar, was ihren Einsatzbereich erheblich erweiterte, zudem konnte man die Hände hautfarben produzieren.

Dicker Bauch und neue Frisuren

Die Playmobil Figuren wurden im Laufe der Jahre weiter leicht modifiziert: Der Piratenkapitän war 1986 das erste Playmobil-Männchen mit einem dicken Bauch. Auch der Zugbegleiter der Playmobil Westernlok hat einen dicken Bauch.

Es kommen seit dem in weitere und verschiedene Frisuren hinzu und Frauen fingen an Kleider zu tragen. Durch Farbgebung, Bedruckung, Schuhe und Bekleidung veränderte sich das Aussehen ab 1987 kontinuierlich weiter. Frauen trugen nicht mehr nur Röcke sondern auch Hosen.

Feste Rollen für Playmobil-Figuren

Die neuen, komplexer und detailliert gestalteten Figuren gewinnen an Charakter, sind aber zunehmend auf eine bestimmte Rolle oder eine bestimmte Spielwelt festgelegt.

Früher konnten alle Figuren in allen Spielwelten eingesetzt werden. Die heutigen Figuren können nicht mehr jede beliebige Rolle verkörpern. So sind leider nicht mehr alle Klicky für jede Geschichte geeignet. Viele Figuren sehen aber heute wirklich gut aus.

Ein Beispiel dafür istder Playmobil Weihnachtsmann. Seit 1995 sorgt er für vorweihnachtliche Stimmung, als der mit dem Weihnachtsexpress angefahren kam. 20 Jahren später kam schließlich sein großer Bruder auf den Markt. Der Weihnachtsmann im XXL-Format ist stattliche 65 cm groß und ebenfalls voll beweglich.

Sollte eine Figur aber doch nicht so gefallen, dann kann der kreative Playmobil-Spieler seine Playmobil Figuren zerlegen und umgestalten und so ganz eigenen Charakter erschaffen.

Endlich mal Urlaub

Im Jahre 2010 machen die Playmobil Figuren Urlaub am Strand und veröffentlicht die ersten Figuren in Bikini und Badehose. Während sich die Mama am Sandstrand entspannt, hat der Sohn viel Spaß beim Buddeln und ist mit dem Bauen einer Sandburg beschäftigt. Für einen schönen Urlaub am Meer ist also garantiert.

Playmobil-Frau wird Schwanger

Zwei Jahre später geht ein weiterer, lang ersehnter Kinderwunsch mit der ersten schwangeren Playmobil-Frau in Erfüllung.

Überraschungsfiguren | Figure Series

Seit 2012 gibt es die  Playmobil Figure Series zum sammeln. Halbjährlich erscheinen 24 neue Sammelfiguren zu verschiedenen Spielwelten und Themen. Es gibt jeweils 12 Figuren für Jungen „Figure Series Boys“ und für Mädchen „Figure Series Girls“.

Figuren selbst zusammenbauen

Das besondere an diesen Sammelfiguren ist, dass man sie selbst zusammenbauen kann. Die Teile der einzelnen Figuren sind beliebig miteinander kombinierbar. So lassen sich allerhand lustige Kombinationen erschaffen. Wie man die Figuren zusammenbaut, kannst Du die in den folgenden Videos anschauen.

Figure Serie 15 | Girls

Im Gegensatz zu „normalen“ Figuren lassen sich diese Playmobil Figuren wieder sehr einfach zerlegen. Man muss nur etwas am Kopf ziehen und die Figur zerfällt wieder in ihre Einzelteile.

Des Klickies neue Kleider

Das Umgestalten mach vor allem auch bei Spielen mit den Puppenhäusern von Playmobil Spaß. Die Figuren können jeden Tag umgezogen werden. Heute ein rotes Oberteil, morgen ein grünes. An warmen Tagen kann ein T-Shirt angezogen werden, an kalten Tage trägt die Figur einen Mantel.

Blind Bags

Jede Figur ist in einer undurchsichtigen Tüte eingeschweißt, einer sogenannten Blind Bag. Es ist also auf den ersten Blick nicht zu sehen, welche Figur sich in der Tüte versteckt.

Wie findet man eine bestimmte Figur?

Mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl kann man jedoch durch fühlen herausfinden, welche Figur sich in der Tüte befindet. Dazu schaut man am Besten auf das Bild, ob sich die Wunschfigur durch markante Teile oder besonderes Zubehör von den anderen Figuren unterscheidet.

Das können beispielsweise ein Hut, eine Tasche, ein Mantel oder ein Schwert sein. Nach etwas ausprobieren und fühlen merkt man schnell, ob man gerade einen Arm, das Innenskelett oder einen Kopf zwischen den Fingern hat.

Blind Bag an Seriennummer erkennen

Auf der Rückseite der Figure Series Tüten befindet sich eine Seriennummer bzw. Produktionsnummer. Hat man eine bestimmte Figur ertastet, kann man sich diese Nummer merken, um diese so schnell in anderen Tüten zu identifizieren. Man muss dann nicht mehr jede Tüte ertasten und findet so schneller alle 12 bzw 24 unterschiedlichen Sammeltütchen.

Die Nummern auf den Bling Bags sind für jeden Figurtyp innerhalb eines Display in der Regel identisch. Während der PRoduktion werden die Nummern aber wohl hin und wieder geändert. Daher kann es vorkommen, dass bei Blind Bags mit dem gleichen Inhalt in verschiedenen Geschäften jedoch eine andere Nummer auf der Tüte steht.

Der erste Playmobil Millionär

Im Jahr 2015 wird die Playmobil Sonderfigur Martin Luther 6099 veröffentlicht. Mit über einer Million verkauften Figuren bis Juni 2017 wird der „Mini Martin Luther“ die erfolgreichste Figur in der Geschichte von Playmobil. Für einige Käufer war er sicherlich auch die teuerste Playmobil Figur, nachdem die erste Auflage von 34.000 Stück bereits nach drei Tagen ausverkauft war.

Die Martin Luther Figur ist nicht in Spielwarenläden erhältlich. Den „Mini Martin Luther“ gibt es nur in den Verkaufsstellen der Nürnberger Tourismus-Zentrale und in Einrichtungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche zu kaufen.

Der Einstieg ins Lizenzgeschäft

Im selben Jah r steigt der Playmobil Produzent Brandstätter auch in das Lizenzgeschäft ein. So haben im Jahre 2017 die Drachen aus „DreamWorks Dragons“ und die „Ghostbusters“ um die Kultfiguren Peter, Egon, Ray und Winston mit ihrer treuen Sekretärin Janine und natürlich dem Hausgeist Slimer Einzug in die Kinderzimmer gehalten.

Gerätschaften wie das phantastische Auto Ecto-1, der legendäre Geisterjäger-Einsatzwagen, die Geisterfallen und die Protonenstrahler sind ebenfalls dabei. Von Egons runder Brille bis zu den Schleimspuren an Ecto-1 hat Playmobil den Look des Kultfilms getroffen.

Auch das dreistöckige Hauptquartier in der alten Feuerwache, von Janines Arbeitsplatz bis zum Kühlschrank im Keller, dem ewigen Anziehungspunkt für den nimmersatten Slimer, wurden im Klicky-Format umgesetzt.

Das Spiel geht weiter

Inzwischen bevölkern etwa drei Milliarden Playmobil Figuren Kinderzimmer auf der ganzen Welt.

Rund 4000 Figuren-Varianten sind seit der Gründung 1974 entstanden. Hielten sich alle Figuren an der Hand, reichten sie mehr als dreimal um die Erde.

Während die Weltbevölkerung um rund 2 Menschen pro Sekunde wächst, werden jede Sekunde 3,2 Playmobil-Figuren geboren. Das Abenteuer geht also weiter, auch in diesem Playmobil Blog.

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Viel Spaß beim Weiterlesen!