Playmobil ist im Jahre 2015 in das Lizenz-Business eingestiegen. Seit dem platziert die geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG sehr erfolgreich ihre Lizenzprodukte im internationalen Markt.

Der Playmobil-Gründer Horst Brandstätter verzichtete bis zu seinem Tod auf lizensierte Produkte. Ein Argument waren vor allem die hohen Lizenzkosten.

Die abwechslungsreichen Spielwelten aus Playmobil Klassikern, eigenen Franchise-Themen und Lizenzen trifft den Zeitgeist und fasziniert sowohl Kinder und immer mehr Erwachsene.

Playmobil profitiert von Lizenz-Titeln

Marken-Lizenzen sind teuer, was man als Kunde an den Preisen erkennen kann. Der Preis für das Set „PLAYMOBIL® 70364 SCOOBY-DOO! Abenteuer im Wilden Westen“ (70 Teile) ist mehr als 30% teurer als die „PLAYMOBIL® 70013 Westernkutsche“ (73 Teile), die vor zwei Jahren erschienen ist.

Western Kutschen Lizenz & Eigenemarke
Western Kutschen Lizenz & Eigenemarke

Der große Vorteil ist jedoch die weltweit hohe Bekanntheit der lizensierten Marken und deren Stahlkraft auf die neue Playmobil-Produkte. Wenn Playmobil eine neue Themenwelt veröffentlicht, oder neue Artikel zu bestehenden Themen auf den Markt bringt, erfährt man als Kunde selten etwas darüber auf themenfremden Seiten und über andere Medien.

Die Beste Informationsquelle als Kunde sind der Playmobil Newsletter oder der Playmobil Katalog.

Hohe virale Reichweite

Playmobil Neuerscheinungen um Marken wie „Zurück in die Zukunft“, Heidi, „Ghostbusters“, „Spirit: wild und frei“ oder Scooby-Doo! hingegen bringen gleich eine ganze Lawine an Pressemitteilungen, Instagram Post, youtube Reviews und Blogbeiträgen ins Rollen.

Es entsteht regelrecht ein Hype um diese Marken, die dadurch erzielte Virale Reichweite für Playmobil ist enorm. Sogar Computer-Fachzeitschrift berichten über den Playmobil „Back to the Future DeLorean“.

Neue Zielgruppen

Mit den Klassikern „Zurück in die Zukunft“ oder „Ghostbusters“ spricht Playmobil auch Fans dieser Kult-Filme an, die als neue Kunden gewonnen werden, obwohl sie eigentlich keine Playmobil-Fans sind.

Die Umsetzung der Lizenz-Produkte kann sich sehen lassen, zudem gibt es viel schöne Details zu entdecken. Playmobil Scooby und Shaggy mit Geist – 70287 habe ich mir bereits gekauft.

Playmobil Scooby und Shaggy mit Geist
Playmobil Scooby-Doo und Shaggy mit Geist

Sind diese Fans der Franchise-Marken selbst Eltern und von den Playmobil-Produkten überzeugt, werden zukünftig auch deren Kinder als neue Kunden erschlossen.

Da ich als Vater großer Playmobil-Fan bin, haben meine Kinder auch ein großes Playmobil-Sortiment zum Spielen. Die Kinder werden indirekt auch zu Kunden.

Ein Kind spielt mit Playmobil. Eltern beeinflussen womit die Kinder spielen.
Eltern beeinflussen womit die Kinder spielen

Würde ich mich statt für Playmobil eher für ein anderes Spielzeug interessieren, hätte das wohl auch einen großen Einfluss auf meine Kinder und deren Spielzimmer.

Lizenzen als Marketing-Instrument

Im sehr schnelllebigen Lizenz Geschäft setzt Playmobil scheinbar primär auf Retro-Titel. Fast alle lizensierten Marken kenne ich bereits aus meiner Kindheit.

Alle bisher veröffentlichten Lizenz Themen können aufgrund der internationalen Bekanntheit entsprechend weltweit vermarktet werden. Hohe Verkaufszahlen sind daher wahrscheinlich.

Aktuelle Playmobil Lizenzen:

  • Back to the Future
  • Scooby-Doo!
  • Spirit riding Free
  • Dragons
  • Ghostbusters™
  • Heidi
  • Porsche
  • Super 4

Marken Lizenzen um Filmklassiker und Kult-Serien wie „Zurück in die Zukunft“ oder „Scooby-Doo“ richten sich wohl primär an Erwachsene und werden erfolgreich als Marketing-Instrument eingesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Kinder die Veröffentlichungstermine der Lizenz-Produkte herbeisehnen oder die Titel überhaupt kennen.

Aber die Fans von früher haben heute vielleicht selbst Kinder oder Enkelkinder im besten Playmobil-Alter.

Die klassischen Playmobil-Spielwelten um das Piratenschiff, die Playmobil Ritterburg, den Bauernhof, die Baustelle, oder das Puppenhaus sind die Themen, für die sich die Kinder am meisten interessieren und mit denen sie gerne spielen wollen.

Diese werden vermutlich auch langfristig die tragenden Säulen sein. Lizenzen wie z.B. „Spirit: wild und frei“, „Dragons“ oder „Heidi“ ergänzen das Produktportfolio.

Die Strategie dahinter erscheint mir vielversprechend und nachhaltig.

Hauptzielgruppe „Kidults“

Bei einigen Playmobil-Produkten ist die Hauptzielgruppe sehr wahrscheinlich erwachsen. Im Marketing wird diese auch als „Kidults“ bezeichnet.

In die Zielgruppe der „Kidults“ kann ich mich auch selbst einordnen, wobei ich mich doch eher für die klassischen Spielwelten begeistere, als für die Lizenz-Themen.

Die Kinder von früher sind erwachsen geworden, identifizieren sich aber nach wie vor für die Helden aus Film und Fernsehen von damals.

Der neuste Coup von den Playmobil-Strategen aus Zirndorf ist der Ende September 2020 veröffentlichte Playmobil „Back to the Future“ Adventskalender.

Wenn man sich die Kunden-Kommentare und Produktbewertungen auf einigen Ecommerce-Webseiten bereits vor der Veröffentlichung durchliest, scheinen vor allem die Erwachsenen den Erhalt dieses Kalenders kaum erwarten zu können.

Ich denke nicht, dass die breite Masse der Erwachsenen Playmobil-Fans für sich selbst einen Playmobil-Adventskalender kaufen würde. Doch Marken-Lizenzen von Retro-Titeln und Film-Klassikern machen es möglich.

Playmobil als Marketing-Kanal

Auch Playmobil selbst ist oft Werbeträger und wird als Marketing-Instrument genutzt. Im September 2020 kündigt Playmobil eine Lizenz-Partnerschaft mit Volkswagen an.

Das ist bereits die dritte mir bekannte Kooperation mit einem Unternehmen aus der Automobilindustrie. In der Vergangenheit gab es ebenfalls Kooperationen mit BMW und mit Porsche.

Des Weiteren gab es früher bereits Tankstellen, Tankwagen und Eisenbahn-Waggons mit Beschriftungen der Mineralölkonzerne Shell und Esso.

Seit einigen Jahren haben Blumentöpfe die Aufschrift der Marke Lechuza, die ebenfalls zum Playmobil-Konzern gehört.

Darüber hinaus werden regelmäßig Sonderfiguren mit Lizenzen vieler Marken und Unternehmen herausgebracht, darunter sind z.B. TÜV, Hansgrohe, Sparkasse, Air France, um nur einige zu nennen.

Marketing Kooperationen

Vor kurzen hat playmobil eine Kooperation mit Leibniz-Keks angekündigt.

Die Keksmarke Leibniz aus dem Hause Bahlsen, Hannover, hat gemeinsam mit der Spielzeugmarke Playmobil (aus dem Hause Geobra Brandstätter) eine On-Pack-Promotion samt Gewinnspiel gestartet. Verlost werden unter den Leibniz-Kunden von Mitte Oktober bis zur Vorweihnachtszeit täglich 33 Playmobil-Zoo-Spielsets. Auf jeder einzelnen Produktverpackung ist ein Code zu finden, der die mögliche Gewinnchance enthält.

In den vergangenen Jahren gab es bereit ein Kooperation zur Ostern mit Milka.

Mit dem DRK hat playmobil die Kooperation „Rettungshelfer für das Kinderzimmer“ gestartet. Eine limitierte Edition verschiedener DRK Spielesets gab es exklusiv bei Galeria Kaufhof sowie im Playmobil FunStores zu kaufen.

„Kooperationen, Joint Ventures, Übernahmen – wir öffnen uns für alles“, sagte Konzernchef Steffen Höpfner gegenüber Capital (Ausgabe 07/2019, EVT 20. Juni). „Wir brauchen Geschwindigkeit und wir müssen schnell eine kritische Masse gewinnen“.

Die Aussage lässt vermuten, dass man die Marke Playmobil in Zukunft noch öfters als Co-Branding auf Verpackungen anderer Marker sehen wird.

Playmobil feat. Volkswagen

Ganz besonders freue ich mich auf die kürzlich angekündigten Neuerscheinungen Anfang 2021, dem legendären VW Käfer und dem VW-Bus, liebevoll „Bulli“ genannt. Diese beiden legendäre Volkswagen-Fahrzeuge erscheinen als Playmobil-Modelle und werden auch einen Platz in meiner Sammlung bekommen.

VW Käfer by Playmobil

VW Käfer als Playmobil Model

Der VW Käfer ist ein wahres „Classic Car“. Mit über 21 Millionen produzierten Exemplaren war der von 1938 bis 2003 gebaute Käfer lange das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor er im Jahre 2002 vom VW Golf übertroffen wurde.

VW-Käfer als TV-Star

Es gab zwei Filmreihen mit dem VW Käfer mit der Hauptrolle, die zu einem positiven Image des Autos beigetragen haben.

VW-Käfer „Herbie“

Als Filmstar „Herbie“ in den gleichnamigen Walt Disney Firmen kann der VW-Käfer mit beachtlichen Höchstgeschwindigkeiten selbst fahren und jagt seinen Kontrahenten mit einem Wheelie einen gehörigen Schrecken ein. Zudem lässt der symphytische Wagen außerordentlich gerne Öl an unanständigen Menschen ab.

VW-Käfer „Dudu“

Des Weiteren gab es in Deutschland die Dudu-Filmreihe. Dudu ist der Name eines gelben VW Käfers, der ebenfalls „Hauptdarsteller“ der Kinofilmreihe ist.

Im Gegensatz zu Herbie (eine Art „lebendes Wunderauto“) ist Dudu eher ein Auto mit einer einfachen künstlichen Intelligenz.

Die Filme sind weltweit bekannt, beliebt und immer noch präsent. Der Playmobil-Käfer kommt im Originaldesign mit Liebe zum Detail, Dachgepäckträger und viel Zubehör.

VW T1 Bus „Bulli“ by Playmobil

VW T1 Bus „Bulli“ als Playmobil Model

Der T1 „Bulli“ wurde bereits in den 1950er Jahren entwickelt und ist auch heute noch Begleiter für viele Liebhaber und Camper-Fans. Am 8. März 1950 begann die Serienproduktion des Transporters im Wolfsburger VW-Werk. Den T1 gab es als Kastenwagen, Kombi und Kleinbus. Bis Juli 1967 wurden insgesamt 1,8 Millionen Einheiten des „Bullis“ produziert

Mit dem Kult-Wohnmobil leben Sie den Traum von Freiheit und Unabhängigkeit. Der VW-Bus ist nach mehr als 50 Jahren auf der Straße noch immer ein treuer Begleiter auf der Reise zu neuen Abenteuern.

In den 1960ern und 1970ern begannen die Hippie-Trails von Europa in Richtung Osten und Süden. Bunt bemalte und zu Campervans umgebaute T1 und T2 Bullis waren als Reisefahrzeuge verbreitet. Auch in der Hippie-Bewegung der Vereinigten Staaten bei den Reisen an die Westküste wurden die VW-Transporter zum Symbol der Bewegung.

Der rote Playmobil-Volkswagen T1 Camping Bus ist voll ausgestattet mit Sitzbereich, Reiseküche, Liegefläche und viel Stauraum. Die zwei im Set enthaltenen Playmobil-Figuren freuen sich auf die erste gemeinsame Reise.

Kooperation mit Kult-Potenzial

Nahezu jedem sind diese legendären Fahrzeuge bekannt. Aber auch mit der Marke Volkswagen ist Playmobil wieder eine Lizenz-Partnerschaft mit einer international bekannten Marke eingegangen.

Soweit ich weiß, ist das die dritte Markenpartnerschaft mit einem Unternehmen aus der Automobilindustrie. Neben diesen beiden Modellen, die sicherlich großes Potenzial zum einem Verkaufsschlager haben, gibt es bereits Modelle von BMW und Porsche.

Der VW Käfer und der „Bulli“ werden vermutlich nicht nur durch Kinderzimmer düsen, sondern auch bei vielen erwachsenen Fans einen Parkplatz im Regal bekommen. die Aussichten auf eine erfolgreiche Kooperation mit Kult-Potenzial stehen gut.

Playmobil feat. BMW

Das Playcar BMW Z4 Roadster wurde 2013 veröffentlicht. Ausgestattet mit jeweils zwei Playmobil-Figuren gab es das BMW Z4 Playcar zum Preis von 24,50 Euro zu kaufen.

BMW Z4 Playcar mit Playmobil-Figuren
BMW Z4 Playcar mit Playmobil-Figuren

in Zusammenarbeit mit Herpa und Playmobil gab es die BMW Playcar-Serie. Die Modelle im Maßstab 1:18 sind auf Playmobil-Figuren abgestimmt. Das war die erste Kooperation zwischen Automobil- und Spielzeugherstellern.

Playmobil feat. Porsche

Die Lizenz-Serie in Kooperation mit Porsche besteht seit 2015. Seitdem erscheint jedes Jahr ein Neus Playmobil-Set mit einem Porsche Model.

PLAYMOBIL® 9376 Porsche Macan GTS
PLAYMOBIL® 9376 Porsche Macan GTS

Gegenseitiges Vertrauen in der Zusammenarbeit mit Playmobil und Porsche sowie jährlich gemeinsam herausgebrachte Produkte mit einem Porsche Fahrzeug führten schließlich zu einer engen Kooperation und dem Auftritt im Jahr 2019 veröffentlichten Kinofilm „Playmobil: The Movie“.

Im Film hat der Porsche Mission E einen großen Auftritt. Neben Qualität und der Spielbarkeit der Produkte ist die Präsenz und die Reichweite einer Marke ebenso wichtig wie die passende Einbettung in die Spielwelt.

Es ist eine Win-Win Kooperation für beide Unternehmen. Kinder bekommen bereits früh und spielerische einen Bezug zur Marke. Welches Kind spielt nicht gerne mit einem Porsche?

Playmobil wird zur Franchisemarke

Zu den Playmobil-Neuheiten gehören neben den klassische Spielwelten auch neue digitale Angebote und der Ausbau eigener Lizenz-Themen. Die Marken Novelmore und EverDreamerz stehen dabei besonders im Fokus.

Novelmore ist als Marke in der Ritterspielwelt platziert und erinnert stark an die Erfolgreiche Fanatsy-Serie „Game of Thrones“. Es ist die erste Playmobil Original-Serie im TV.

Ich bin gespannt, wie sich die Marke Playmobil in den nächsten Jahren entwickelt.

Playmobil Lizenz-Artikel als Investment

Mit den neuen Ghostbusters™-Sets sollten zum 35. Geburtstag der Geisterjäger eingefleischte Fans angesprochen werden. Neben den regulären Sets erschienen auch Ghostbuster-Figuren in einer spezielle „Collectors Edition“.

Sind Playmobil Lizenz-Artikel als Investment- oder Anlageobjekt geeignet?

Die Sammlerfiguren im Größenverhältnis 2:1 sind doppelt so groß wie normale Playmobil-Ghostbusters-Figuren aus dem Set 70175. Die vier XL-Geisterjäger sollen als limitierte Auflage von 12500 Figuren je Charakter vor allem erwachsene Ghostbusters-Fans der ersten Stunde begeistern.

Der ein oder andere Fan und Sammler hat sich die Figuren vielleicht auch als Geldanlage und Investment gekauft.

Diese Strategie ist jedoch nicht aufgegangen. Auch zwei Jahre nach Veröffentlichung sind die Figuren noch regulär und zudem stark rabattiert im Handel erhältlich.

Im September 2020 sind die PLAYMOBIL Ghostbusters Sammlerfigur immer noch stark rabattiert im regulären Handel erhältlich.
im September 2020 immer noch im regulären Handel erhältlich

Inklusive Versand erhält man die einzelne Figur derzeit 71% unter der unverbindlichen Preisempfehlung von 49,99€. Jeder Fan, der sich als einer der ersten diese Figuren gesichert hat, wird sich heute vermutlich ärgern.

Lohnt sich Playmobil als Geldanlage?

Statt Investment oder Anlageobjekte scheint es eher ein Ladenhüter zu sein.

Ladenhüter statt Anlageobjekt (Bild: mydealz)

Aber wer weiß, wie es in einem Jahrzehnt um diese Figuren steht? Vielleicht steigen die Kurse doch noch, wenn die Figuren aus dem Handel verschwunden sind. Vielleicht werden diese Figuren aber auch noch in einigen Jahren z.B. bei ebay-kleinanzeigen.de unter dem UVP Preis zu bekommen sein.

Mit der Preisentwicklung und dem Sammlerwert von älteren Playmobil Sets beschäftige ich mich schon seit einigen Jahren.

Mein Fazit: Die Auswahl der Lizenz-Themen finde ich gut und das ein oder andere Sets steht bereits auf meiner Wunschliste. Für mich persönlich haben solche Sets einen Sammlerwert. Aus finanziellen Gesichtspunkten als Investment auf die nächsten 10 Jahre gesehen gibt es aber bessere Anlagemöglichkeiten.