Vor einigen Tagen stand ein Reisender aus dem Wilden Westen vor unserer Haustür. Es war Levi Strauss, der als Playmobil Western Sonderfigur 9295 im Mai 2018 nach Deutschland zurückgekehrt ist. Levi Strauss wurde am 26. Februar 1829 in der Stadt Buttenheim geboren.

Während der Feierlichkeiten zum 900-jährigen Ortsjubiläum im Mai 2018 wurde ihm zu Ehren auch eine Sonderfigur von Playmobil veröffentlicht. Der gebürtige Deutsche gilt als der Vater der Jeans.

Die PLAYMOBIL-Sonderfigur Levi Strauss hat eine limitierte Auflage von 25.000 Stück. Die Figur passt perfekt in die Western-Welt von Playmobil und gefällt mir auch optisch sehr gut.

Western Mann Levi Strauss

Historisches Abbild

Als Vorlage für den Playmobil Rückkehrer aus dem Wilden Westen dient ein historisches Foto des Jeans-Erfinders.

In der Hand hält die Playmobil Figur von Levi Strauss einen Abdruck eines Werbeplakates aus der Anfangszeit der Jeans.

PLAYMOBIL-Sonderfigur Levi Strauss 9295

In enger Abstimmung mit der Levi-Strauss-Company wurde eine Playmobil-Figur von Levi Strauss entwickelt. Der 7,5cm große Mr. Strauss trägt einen schwarzen Gehrock, wie es sich für einen erfolgreichen Geschäftsmann des 19. Jahrhunderts gehörte. In der Hand hält er einen Abdruck eines Werbeplakates aus der Anfangszeit der Jeans. Auf dem historischen Werbeplakat ist ein Goldsucher abgebildet und es soll darstellen, dass die Jeans ursprünglich als Arbeitskleidung für die Pioniere des Wilden Westens konzipiert wurde. Vor allem zu Zeiten des großen Goldrausches war die Jeans bei den Goldschürfern wegen ihrer Robustheit sehr beliebt.

Inhalt der Playmobil Sets 9295 Levi Strauss

Inhalt der Playmobil Sets 9295 Levi Strauss

Das Leben von Levi Strauss

Im Alter von 18 Jahren wandert Levi mit seiner Mutter und seinen Schwestern nach Amerika in Richtung New York aus. Sein Vater verstarb zwei Jahre zuvor. Bereits wenige Tage nach seiner Ankunft in der neuen Welt reiste er weiter zu seinem Onkel Daniel Goldman, der in Louisville/Kentucky auf einer Western-Farm wohnt, die der Western Silver Ranch der Familie Banks sehr ähnelt. Dort verbringt er die nächsten Jahre um die Englische Sprache zu erlernen. Sein Onkel geht davon aus, das Levi die Western-Farm seines Onkels irgendwann übernehmen wird.

Informativer Beileger von Levi Strauss Museum in Buttenheim

Informativer Beileger von Levi Strauss Museum in Buttenheim

Doch Levi hat bereits andere Pläne und möchte ein selbstständiger Händler werden. Zwei seiner Brüder sind bereits einige Jahre zuvor in die USA ausgewandert und haben in der Zwischenzeit ihr eigenes Textil-Unternehmen gegründet.

Auch der junge Levi hat vor, in der Textilbranche tätig zu werden. Er beginnt zunächst in Kentucky als reisender Selbstständiger Stoffe und Kurzwaren aus seinem Tornister heraus zu verkaufen. Die Geschäfte entwickeln sich gut und er sammelt in diesen Jahren reichlich Erfahrungen. Schließlich beteiligt er sich am Unternehmen seiner Brüder. Das war der Beginn seiner Erfolgsstory.

Strauss als Erfinder der Jeans

Die Nachrichten von den Goldfunden im Westen verbreitete sich schnell bis an die Ostküste. Levi Strauß erkannte im Zeitalter des großen Goldrausches schnell den Bedarf an Verbrauchsgegenständen und an haltbaren und stabilen Arbeitshosen.

Goldsucher im Wilden Westen freuen sich über die Erfindung der Jeans

Goldsucher im Wilden Westen freuen sich über die Erfindung der Jeans

Reich werden bei der Goldsuche nicht die Goldsucher, sondern vor allem Händler, die eine stabile Hose verkaufen.

Reich wurden nicht die Goldsucher, sondern vor allem Händler

Im Jahre 1853 erwirbt er die amerikanische Staatsbürgerschaft und entscheidet sich nach San Francisco zu ziehen. Dort gründet er im Alter von 23 Jahren zusammen mit seinem Schwager und seinem Bruder Louis einen Handel für Kurzwaren und Stoffe. Das Sortiment wird bald durch Dinge wie Zahnbürsten, Hosenträger, Knöpfe und Ausgehkleidung für die rauen Western-Pioniere ergänzt. Zudem statten die Geschäftspartner die Goldschürfer mit Zeltplanen und Werkzeugen aus.

Ein historisches Foto von Levi Strauss

Ein historisches Foto von Levi Strauss

Levi erkennt schnell: Reich werden nicht die, die das Gold schürfen, sondern jene, die ihnen die Schaufeln verkaufen. Zudem erkennt er, dass die Goldgräber, Goldschürfer und Stollenarbeiter bei ihrer harten Arbeit strapazierfähige Hosen benötigten und einen hohen Verschleiß an Hosen haben.

In seinem Geschäft verkauft er auch so genannte Duck Pants aus Baumwoll-Segeltuch. Wegen fehlender Rentabilität nimmt er diese Hosen bald aus dem Sortiment. Die Nähte der Hosentaschen sind nicht robust genug, da die Goldgräber ihre Hosentaschen mit allerhand Material aus den Minen vollstopfen.

Die Levis’s Jeans

Die Playmobil Figur hält ein historisches Werbeplakat von Strauss & Co. in der Hand

Historisches Werbeplakat von Strauss & Co.

Levi Strauss entscheidet sich, mit einem Schneider zusammenzuarbeiten, der ihm aus Segeltuch nach seinen Vorgaben ein passendes Beinkleid näht. Die weltweit erste Jean ist geboren.
Die Hose ist nicht besonders chic, aber nahezu unverwüstlich und langlebig. Die Jeans entwickelt sich schnell zu einem Verkaufsschlager in den Goldgräber-Regionen an der Westküste. Durch die erfolgreiche Markteinführung gründet er daraufhin sein eigenes Unternehmen. Er nennt das Unternehmen Levi Strauss & Co..

Jeans aus Denim

Die Hose wird von ihm stets verbessert und weiterentwickelt. Schon bald importiert er ein neues Material aus dem französischen Nîmes. Es ist ein indigoblauer Stoff, der seiner Herkunft entsprechend Denim (von  Nimes „de Nîmes“) genannt wird. Die sehr dicht gewebte Baumwolle gilt als unzerstörbar und ist noch stabiler als das bis dato verwendete Segeltuch.

Nieten & Knöpfe

Die nächste Idee für einen entscheidenden Entwicklungsschritt der strapazierfähigen Hose entspringt übrigens dem Schneiders Jacob Davis aus Reno. Davis hat eine Methode gefunden, die Hosennähte haltbarer zu machen, indem er sie mit kupfernen Nieten versieht. Das macht vor allem die Taschen widerstandsfähiger, die oft als erstes reißen.

Patentanmeldung

Davis, der Schneider und Partner von Strauss, sucht Levi auf, weil er nicht die erforderlichen 68 Dollar zur Patentanmeldung für seine Idee hat. Levi ist davon überzeugt und steigt in die Erfindung ein. Unter der Nummer 139.121 melden sie am 20. Mai 1873 gemeinsam das Patent an. Es ist das offizielle Geburtsdatum der Bluejeans. Levi Strauss macht das Geschäft seines Lebens.

Die legendäre Levis 501

Wenig später lässt Levi Strauss den heute noch vorhandenen Leder-Aufnäher anbringen. Der Aufnäher zeigt zwei Pferde, die in entgegengesetzten Richtungen an einer Levi’s zerren, ohne dass die Hose reißt. Im Jahre 1890 wird diesem ersten Modell die legendäre Nummer 501 zugeordnet. Das Modell Levi’s 501 wird im Laufe der nächsten hundert Jahre vermutlich die bekannteste und meistgetragene Jeans der Welt.

Leder Patch Aufnäher von auf der Levis Jeans 101

Leder Patch Aufnäher von auf der Levis Jeans 101

Der gute Ruf der Jeans verbreitet sich in ganz Amerika und die Nachfrage steigt rasant an, so dass demzufolge bereits nach kurzer Zeit in zwei Fabriken genäht wird. Auch Cowboys sind inzwischen an robusten Arbeitshosen interessiert. Infolge der hohen Nachfrage wird das Unternehmen bis zum Jahresende etwa 70000 Hosen und Mäntel aus Denim verkaufen. Durch den Bau der Transatlantischen Western-Eisenbahn wird der Markt im Osten der USA ebenso für seine Produkte erreichbar.

Am Western-Bahnhof von Colorado Springs hält der Güterzug um die Playmobil Westernlok „Steaming Mary“, die Waren und Ausrüstung für die umliegenden Mienen-Camps liefert. Dabei sind auch die begehrten Jeans für die Goldschürfer, die bereits sehnsüchtig erwartet werden. Levi Strauss nennt die Hose „Waist overall“, da er selbst den Begriff Jeans übrigens gar nicht mag.

Levi’s Erbe

Am 26. September 1902 stirbt Levi Strauss, wessen Geburtstag sich im Jahr 2019 zum 190. Mal jährt. Ob er sich jemals erträumt hat, dass er eines Tages mal in Form einer Spielzeug-Figur erscheinen wird? Vermutlich nicht.

Das blühende Unternehmen erben übrigens seine vier Neffen, da er selbst keine Kinder hat. Bis in die 1990er Jahre sind Levi’s der Standard der Bluejeans. Je gesellschaftsfähiger die ehemals als Arbeiterhose bekannte Jeans wird, desto mehr kommt die Marke Levi’s aber aus der Mode. Andere Marken-Labels werden immer beliebter, wie z.B. die Diesel-Jeans aus Italien (die DIESEL Jeans Zatiny ist übrigens meine Lieblings-Jeans ), oder G-Star aus den Niederlanden. Am 8. Januar 2004 schließt die letzte Näherei von Levi Strauss & Co. in den USA. Die Herstellung der uramerikanische Hose findet seither ausschließlich im Ausland statt.

Levi Strauss als PLAYMOBIL-Sonderfigur Levi Strauss 9295 kann für 2,99€ in Buttenheim im Levi Strauss Museums oder im Online-Shop von Schreiben & Basteln Hofmann (www.schulranzen-hofmann.de) erworben werden.