Ich bin beeindruckt von Albrecht Dürer. Nachdem ich die Playmobil Figur ausgepackt habe, wollte ich mehr über diesen Menschen erfahren und habe mir Dokumentationen über Ihn angesehen.

Albrecht Dürer ist der erste Maler, der sich nicht mehr als Handwerker sieht. Er bezeichnet sich selbst als schöpferischen Geist, will sich von der Masse abheben und strebt nach Erfolg und Anerkennung.

Der Künstler will provozieren und Aufmerksamkeit generieren. Dürer zeichnete sich sooft selbst wie kein zweiter, sogar nackt.

Er war ein Selbstdarsteller, extrem ehrgeizig, und perfektionistisch und der erste moderne Künstler. Ihm zu Ehren bringt Playmobil 2012 zusammen mit der Stadt Nürnberg eine Playmobil Sonderfigur des Künstlers heraus.

Die hat er aber auch verdient. Ich finde seine Werke einfach nur beeindruckend. Viele seiner Bilder sind fast fotorealistisch.

Playmobil „Albrecht Dürer“

Albrecht Dürer war zu Lebzeiten bereits ein Superstar. Im Alter von 28 zeichnete er ein Selbstportrait in einer Art und Weise, in der andere Künstler zu seiner Zeit nur Jesus darstellten.

Das weltberühmte Selbstbildnis von Albrecht Dürer

Das weltberühmte Selbstbildnis von Albrecht Dürer

Er malt sich selbst in der Pose, die seinerzeit nur Christus und Königen vorbehalten ist.

Die Playmobil-Sonderfigur „Albrecht Dürer“ kommt in einem Renaissance-Outfit mit Pinsel, Palette, Staffelei und dem weltberühmten Selbstbildnis daher.

Albrecht Dürers Kindheit

Albrecht Dürer wuchs in Nürnberg auf. Im 1500 ist Nürnberg mit 40000 Einwohnern eine Großstadt und ein wichtiges Handelszentrum.

Er ist eines von 18 Kindern, die seine Mutter zur Welt brachte. Nur drei Kinder, die seine Mutter Barbara zur Welt brachte, überleben. Das Geschwistersterben gehört zu seinem Alltag.

Sein Vater hieß mit Vornamen ebenfalls Albrecht. Er war aus Ungarn eingewandert und arbeitete in Nürnberg als Goldschmied.

Das Geschäft seines Vaters floriert und er bildet auch seinen Sohn als 13 jährigen als Goldschmied aus. Doch zu dieser Zeit zeigt sich bereits sein Talent als Maler. Er zeichnet als erste Kinder-Selbstportrait der Welt. Auch sein Vater erkennt das Talent des jungen Künstlers.

Er lässt seinen Sohn ziehen und Albrecht Dürer beginnt eine Ausbildung zum Maler.

Vom Handwerker zum genialen Schöpfer

Eines seiner ersten Werke ist ein Feldhase aus dem Jahr 1502 – eines der berühmtesten Bilder der Welt. Der „Dürerhase“ ist so detailgetreu, wie zuvor noch nie ein Tier gemalt wurde.

Der Feldhase ist der Titel eines Aquarells von Albrecht Dürer und die wohl bekannteste aller Naturstudien Dürers, Entstehungsjahr 1502.

Feldhase – Aquarell von Albrecht Dürer 1502

Sogar eine Spiegelung eines Fensters ist in den Augen des Hasen zu erkennen. Das Fenster zur Seele?

Der Hase gehört in eine Kategorie mit der Mona Lisa.

Betende Hände

Ein weiteres seiner weltberühmten Werke sind die betenden Hände. Das Werk diene ursprünglich nur als Detailstudie für ein großes Altarbild.

Betende Hände ist das wohl am häufigsten reproduzierte Bild von Albrecht Dürer. Das Original befindet sich in der Albertina in Wien.

„Betende Hände“ von Albrecht Dürer

Doch heute sind die betenden Hände eines der am meisten reproduzierten Motive aller Zeiten. Auf vielen Grabsteinen ist es zu finden,  aber auch auf Briefmarken, Ketten und Souvenirs. Zudem sind sie ein beliebtes Motiv für Tätowierungen in amerikanischen Haftanstalten.

Selbst auf dem Grab von Andy Warhol sind die Hände zu sehen.

Das erste Aktbild.

Das Gemälde „Die Badefrau“ von Albrecht Dürer gilt als das aller erste nach einem lebenden Modell gezeichnete Aktbild.

Albrecht Dürer – Die Erfindung des Aktes mit dem Gemälde "Badefrau"

„Badefrau“ Die Erfindung des Aktes

Das Gemälde „Frauenbad“ zeigt mehrere nackte Frauen, junge und alte,  dicke und dünne Frauen. Zudem hat er ein verstecktes Detail im Hintergrund versteckt. Ein Mann schaut heimlich durch das Fenster.

Die Apokalyptischen Reiter

Seinen weltweiten Durchbruch schaffte er mit dem Holzschnitt der viel apokalyptischen Reitern. Die Ängste der Menschen auf Papier gedruckt, machten Dürer endgültig berühmt.

Er investiert viel Fleiß, um es ganz nach oben zu schaffen. Dürer probiert auch ganz neue Drucktechniken aus.

Die Qualität seiner Holzschnitte sind bis heute unerreicht.

Der von Albrecht Dürer 1497/98 gefertigte Holzschnitt "Die vier apokalyptischen Reiter" war Teil einer Folge zur Apokalypse des Johannes (Neues Testament).

„Die vier Apokalyptischen Reiter”, Holzschnitt (um 1497/98)

Der von Albrecht Dürer gefertigte Holzschnitt „Die vier apokalyptischen Reiter“ war Teil einer Folge zur Apokalypse des Johannes aus dem neuen Testament.

Mit dem Thema Weltuntergang trifft er den Zeitgeist der damaligen Bevölkerung und landet einen Hit. Die Detailgenauigkeit erweckt das Bild zum Leben. Jedes Detail wurde dazu in Holz geschnitzt.

Albrecht Dürer gelang es mit dem Holzschnitt als erster, den Weltuntergang bildlich begreifbar zu machen.

 

Drucke als Massenware

Dürer war auch der erste, der Drucke für die Masse produzierte. Mit der Drucktechnik konnten Künstler ihre Werke beliebig oft vervielfältigten und an Kunden in ganz Europa verkaufen.  Die Drucke seine Rhinozeros sind zu seiner Zeit eine Sensation. Es wird vermutet, dass er zwischen 4000 – 5000 Exemplare davon verkaufte.

Rhinocerus ist der Titel eines grafischen Werkes von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1515.

„Rhinocerus“ ist ein Holzschnitt von Albrecht Dürer | 1515

Den Vertrieb für die Druckgrafiken übernimmt Dürers Frau Agnes. Sie führt seine Geschäfte. Handelsvertreter waren im Auftrag der Dürers auf Messen und Ausstellungen in ganz Europa unterwegs. Die Grafiken in Serienproduktion werden zur Haupteinnahmequelle des Familienunternehmen, nicht mehr die Aufträge von Adligen oder Kirchen.

Dürers Ehe

Von der Beziehung mit seiner Frau Agnes ist nicht viel bekannt. Die Ehe wurde arrangiert. Das war zu sehr Zeit üblich.

Agnes Dürer kam aus besseren Verhältnissen, Was seinen Aufstieg als Künstler beschleunigte.

Sie ist eine Art Managerin und hält Albrecht den Rücken frei. Agnes kümmert sich um die Geschäfte und um den Vertieb seiner Produkte. Albrecht kann sich auf das Zeichnen seiner Kunstwerke konzentrierten.

Die Marke Albrecht Dürer

Wie für große Marke üblich, haben diese oft ein markantes und einprägsames Logo. Auch Dürer entwirft ein Monogramm, ein Markenzeichen. Er will unsterblich werden.

Seine Initialen sind das erste Logo der Geschichte. Das A seines Vornamen umschließt das D seines Nachnamen.

sein Monogramm AD ist bis heute weltweit ein Begriff

Sein Monogramm AD ist bis heute weltweit ein Begriff

Albrecht Dürer macht sich selbst zur Marke. Seine Monogramme werden Teil des Bildes.

Als Vermarkter seiner Kunst war er schon vor über 500 Jahren ein Experte. Er hatte ein gutes Markenverständnis. Dürer zeichnete ein perfektes Selbstportrait mit einem hohen Detailgrad in einem Patrizier Gewand.

Albrecht Dürer - Selbstbildnis mit Landschaft im Patrizier-Gewand

Selbstportrait für das Marketing

Warum tat er das? Es war eine Marketing Strategie. Mit der präziseren Zeichnung von sich selbst wollte er zeigen, was er kann. Es ist vergleichbar mit einen Werbeplakat um Kunden zu gewinnen, die sich ebenfalls in diesem Stil malen lassen wollen.

Mit der Erlaubnis des Kaisers ließ er seine Marke schützen.

Dürers Kupferstiche

Er versucht, die Produktion von Plagiaten zu erschweren und entwickelt seine Techniken weiter. Während der Ausbildung bei selten Vater hat er auch den Umgang mit Metallen gelernt. So produzierte er mittels Kupferplatten. Durch das Gewicht der Rollen wurden die Drucke gestochen scharf. Auch bis heute ist die Qualität Dürers Kupferstiche unerreicht.

Bekenntnis zu Martin Luther

Der Reformator Martin Luther löste am 31. Oktober 1517 einen Flächenbrand aus, als er den in Deutschland aufkommenden Ablasshandel kritisierte. Mit dem Verkauf sogenannter Ablassbriefe bot die Kirche Sündenvergebung an.

In 95 Thesen widerlegte Martin Luther diese Praxis. Damit begann die Reformation und in der Folge entstand die evangelische Kirche.

In der rechten Hand hält Martin Luther eine weiße Feder hoch. In der anderen Hand hält die Figur ein aufgeschlagenes Buch.

Martin Luther genießt die Sonne

Auch von Martin Luther erscheint die Playmobil-Sonderfigur Martin Luther 6099 zum 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017.

Albrecht Dürer bekennt sich zu Martin Luther und ist vom ersten Augenblick an begeisterter Luther-Anhänger. Aus eigenem Antrieb und ohne Auftrag malt er 1525 das Zweitafelbild der „Vier Apostel“ und schenkte es dem Rat seiner Heimatstadt Nürnberg.

Die vier Apostel sind zwei zusammengehörige Gemälde (Diptychon) des Malers Albrecht Dürer aus dem Jahr 1526

Die vier Apostel | zweiteiliges Gemälde (Diptychon)

Auf dem Gemälde mahnen die dargestellten Heiligen Johannes, Petrus, Markus und Paulus, sich vor den „Falschen Propheten“ zu hüten und ihr Handeln am Bibelwort auszurichten.

1627 kamen die Tafeln in den Besitz der Wittelsbacher. Als Eigentum der Wittelsbacher Landesstiftung befinden sie sich heute in der Alten Pinakothek in München.

Auch nach dem Tod unsterblich

Dürer stirbt im Alter von 57 Jahren an Ostern 1528 in Nürnberg. Doch durch seine Kunst ist er bis heute allgegenwärtig und unsterblich.

Bis zu seinem Tod arbeitete Dürer wohl zuletzt an der Vorbereitung zum Druck einer theoretischen Hauptschrift zur Proportionslehre. Ein wahres Genie!

Luther und Dürer für rund 3 Euro kaufen – neu und legal

Die Playmobil Sonderfiguren von Martin Luther und von Albrecht Dürer gibt es für jeweils 2,99 € bei der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg zu kaufen.